Methode zur Langzeitmessung des Blutdrucks

Die "Neuartige Methode für die belastungsarme, nicht-invasive Langzeitmessung des Blutdrucks" ist einer der Preisträger des "Innovationswettbewerbs zur Förderung der Medizintechnik 2008". Es wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgezeichnet und gefördert.

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Projektbeschreibung

Schema des Messkopfes

Der Blutdruck ist eine der wichtigsten Einflussgrößen bei Herz-Kreislauf-Krankheiten. In Deutschland leiden ungefähr 40 Millionen Menschen unter einem erhöhten Blutdruck. Ein erhöhter Blutdruck kann zu koronarer Herzkrankheit, Schlaganfall, Herzversagen und Nierenversagen führen. Diese stellen mit 43 % die häufigste Todesursache dar. Für die Behandlung und Vorbeugung ist also die Kenntnis des Blutdrucks des Patienten über den Tagesverlauf wichtig. Stand der Technik sind automatische Geräte, mit denen man über 24 Stunden ein Blutdruckprofil aus Einzelmessungen im Abstand von 15 Minuten gewinnt. Die Methode beruht auf dem Messprinzip nach Riva-Rocci mit einer Armmanschette. Nachteilig an dieser Messung ist, dass sie in Ruhe vorgenommen werden muss um Bewegungsartefakte zu minimieren. Gleichzeitig wird diese Messung als unangenehm empfunden, da die venösen Gefäße überdehnt werden. Dadurch wird der Patient zu Beginn der Messung alarmiert und sein Blutdruck verändert sich – es werden Artefakte erzeugt. Aus diesen Gründen wird die Langzeitblutdruckmessung nicht so häufig eingesetzt, wie eigentlich erforderlich.

Die neuartige Messung des Blutdrucks beruht ebenfalls auf dem Prinzip von Riva-Rocci, es wird aber nicht das ganze Gefäßsystem des Armes oder der Hand okkludiert, sondern nur eine einzelne Arterie. Dies ist eine oberflächennahe Arterie wie die Arteria radialis oder die Arteria temporalis. Zur Okklusion der Arterie wird ein kleines Kissen eingesetzt, das auf der Haut über der Arterie durch eine leicht lösbare Klebung fixiert wird. Da nur ein kleiner Gewebebereich über der Arterie mit dem Druck beaufschlagt wird, ist die Messung belastungsarm. Der Blutfluss in der Arterie wird mit dem Ultraschall-Doppler-Verfahren gemessen. Diese Blutflusskurve wird mit dem aufgebrachten Druck korreliert. Das Kissen wird auf die Arterie gedrückt bis kein Blut mehr fließt. Der Druck im Kissen wird nun schrittweise abgelassen, bis erstmals wieder Blut durch das Gefäß strömt. Der aufgeprägte Druck ist dann gleich dem systolischen Blutdruck. Beim weiteren Ablassen des Drucks im Kissen wird die Zeit, in der kein Blutfluss herrscht immer kürzer. Der diastolische Blutdruck ist erreicht wenn diese Zeit gegen null geht. Durch dieses Messprinzip kann daher der systolische und diastolische Blutdruck gemessen werden.

Ansprechpartner

Kooperationspartner

  • Spiegelberg KG
  • Deutsches Herzzentrum Berlin

Förderung

Das Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01EZ0918 gefördert.